Interview mit Jessica Stephens

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Jessica Stephens ist eine Autorin, die ich über meinen Blog kennenlernen durfte. Die Autorin hat mir angeboten, ihre Bücher zu rezensieren und ich habe auch bereits Band 1 und 2 ihrer Wächter-Saga gelesen, die mir echt gefallen haben. Jessica vermarktet ihre Bücher über das Selfpublishing, das heißt, dass sie sich selbst um den Druck, Verkauf etc. ihrer Bücher kümmert. Das hält natürlich einige Herausforderungen im Alltag bereit. Darüber und über ihre Geschichten im Allgemeinen habe ich mich mit ihr ein wenig unterhalten. Ich freue mich sehr, dass ich die Möglichkeit habe, ein Interview mit Jessica zu führen und hoffe, dass es interessant wird und ihr etwas daraus mitnehmen könnt. Das Ganze geschieht anlässlich des 3-jährigen Jubiläums von Band 1 der Wächter-Saga von Jessy. 🙂 Viel Spaß!

Frage 1: Hey Jessica! Erstmal vielen lieben Dank, dass ich die Möglichkeit habe, ein Interview mit dir zu führen. Du hast insgesamt bereits 6 Bücher geschrieben. Ich würde zunächst gern auf die fünf Bände deiner beiden Reihen eingehen. Du hast ja mit Fire & Strike und der Wächtersaga bereits zwei Buchreihen geschrieben. Erst einmal würde mich interessieren, ob die beiden Reihen bereits abgeschlossen sind oder ob da möglicherweise noch Potential für Folgebände ist?

Antwort: Hallo Leonie! Ich bin schon sehr auf deine Fragen gespannt.
Tatsächlich sind beide Reihen, also die Wächter-Saga und Fire & Strike abgeschlossen. Allerdings habe ich mir die Option offengelassen, nochmal das ein oder andere Spin-Off zu schreiben. Tatsächlich habe ich auch bei beiden Reihen bereits Ideen, wie diese aussehen könnten. Allerdings gibt es bisher nur zu dem Spin-Off von Fire einen Plot, bei der Wächter-Saga ist es bisher nur eine grobe Idee.

Frage 2: Das wäre ja echt schön! Warum hast du dich denn überhaupt dafür entschieden, Reihen zu schreiben? Viele junge Autoren fangen ja erstmal mit einem Einzelband zur „Probe“ an.

Antwort:  Ursprünglich sollte die Wächter-Saga ja ein Einzelband werden. Ich hatte den ersten Teil als in sich abgeschlossene Geschichte gedacht, doch mit dem Verlauf der Geschichte wurde mir klar, dass es zuviel wäre, um es in einem Buch zu erzählen. Deswegen sind daraus drei Teile geworden.

Frage 3: Das Phänomen hört man ja tatsächlich von vielen Autoren. Ich möchte nun auch einmal zu der Phönix-Fighter Kurzgeschichte kommen, die wir ja bisher noch nicht thematisiert haben. Ich habe tatsächlich erst bei der Recherche für dieses Interview von der Kurzgeschichte erfahren. Was gibt es denn über dieses Buch zu wissen? Gehört es zu einer deiner Reihen oder ist es völlig unabhängig und warum hast du dich für eine Kurzgeschichte entschieden?

Antwort: Das nenne ich gut recherchiert! Ich glaube, die Kurzgeschichte wird nur sehr selten wahrgenommen, obwohl sie kostenlos auf meiner Seite zu finden ist. Tatsächlich ist diese aufgrund eines Schreibwettbewerbs entstanden, das ist schon ein paar Jahre her. Vielleicht erinnert sich aber noch der ein oder andere an die Kurzgeschichtensammlung „The P-Files: Die Phönix Akten“, genau für diese Ausschreibung ist die Kurzgeschichte entstanden.
Leider habe ich es nicht in die engere Auswahl geschafft, aber ich wollte auch nicht, dass die Geschichte wieder in der Schublade verschwindet, deswegen habe ich sie auf meiner Seite kostenlos online gestellt. Ob daraus jemals eine komplette Geschichte wird? Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, aber möglich wäre es.

Frage 4: Schade, dass es bei dem Wettbewerb nicht geklappt hat. Das ist aber echt schön, dass du die Geschichte dennoch mit deinen Lesern geteilt hast. Wie kamst du eigentlich überhaupt auf die Idee Bücher schreiben zu wollen?

Antwort: Es war eher ein spontaner Einfall aus der Langeweile heraus. Verbringt ihr mal 4 Wochen ohne funktionierendes Internet, Telefon oder TV und das im Winter (Probleme bei der Leitung, Straße aufgefroren etc.), da kommt man auf interessante Ideen, wie man sich die Zeit vertreiben kann. Natürlich habe ich in dieser Zeit auch viel gelesen, aber mit der Zeit haben sich da eigene Ideen entwickelt und ich dachte mir, warum nicht einfach mal aufschreiben. Es war wie gesagt zu Anfang eher ein Zeitvertreib und einfach nur als Spaß gedacht. Doch nach ungefähr hundert Seiten habe ich mir dann schon Gedanken gemacht, ob daraus nicht mehr werden kann.

Frage 5: Hihi, sowas kommt in heutiger Zeit ja eher selten vor, aber ist irgendwie echt witzig. Das heißt ja dann, ohne diese frostigen Zeiten wärst du gar nicht zum Schreiben gekommen. Nun wissen wir schon, wie du zum Schreiben kamst, aber wie kamst du denn auf die konkreten Ideen zu deinen Büchern? Hattest du Vorbilder oder sind da vielleicht eigene Lebenserfahrungen mit in die Geschichten eingeflossen?

Antwort: Glücklicherweise kommen die Ideen zu meinen Geschichten immer zu mir, sodass ich bisher nie lange suchen oder überlegen musste. Ich denke, die meiste Inspiration ziehe ich aus anderen Büchern oder Filmen, da mir dabei oft eigene Ideen kommen, was man zu dem Thema erzählen könnte. In meinen Geschichten steckt aber auch immer ein bisschen meiner Lebenserfahrung, so verarbeite ich auch gerne mal Geschehnisse aus meinem Umfeld in Geschichten, oder aber ich lasse die Charaktere Dinge tun, die ich nie gewagt hätte.

Frage 6: Plottest du deine Geschichten denn vorher oder entwickelt sich die Geschichte beim Schreiben dann nach und nach von selbst?

Antwort: Ich plotte alle meine Geschichten, ohne ein grobes Konzept bin ich aufgeschmissen. Leider neige ich dazu, öfter mal den roten Faden aus den Augen zu verlieren, daher wäre ich ohne Plot wohl in den Weiten meiner Ideen verloren. Natürlich bildet der Plot nur ein grobes Gerüst und lässt mir noch genug Spielraum für spontane Einfälle oder neue Entwicklungen. Aber gleichzeitig gibt er mir die Sicherheit, die ich zum Bücher schreiben brauche.

Frage 7: Das kann ich verstehen. Ohne Leitfaden fände ich das auch schwierig. Welchen Buchcharakter aus einem deiner eigenen Bücher hast du eigentlich am liebsten? Was macht diese Person aus?

Antwort: Solche Fragen sind immer gemein, ich mag natürlich alle meine Charaktere! Jeder von ihnen hat etwas besonders an sich, sodass ich jeden davon gerne mag.

Frage 8: Na gut, das lasse ich mal so durchgehen… Wie sieht denn dein Autorenalltag aus? Nimmst du dir konkrete Zeiten zum Schreiben fest vor oder schreibst du immer spontan, wenn Zeit ist. Dafür wäre es natürlich auch interessant zu wissen, ob du noch eine andere Arbeit hast, um die du dich kümmern musst?

Antwort: Mein Autorentag ist der Freitag, wo ich mir den ganzen Tag Zeit nehme um alles zu erledigen, was mit meinem Autorenleben zu tun hat. Vom Schreiben zu leben ist für mich nicht möglich, daher habe ich noch einen normalen Brotjob, bei dem ich aber meine Stunden reduziert habe, sodass ich nur Montag – Donnerstag dort bin. Den Freitag kann ich somit frei nutzen, sodass ich mindestens immer 2-4 Std. fest fürs Schreiben einplane. Die restliche Zeit fressen dann meist die ganzen Tätigkeiten außenrum, die noch zu erledigen sind.

Frage 9: Als Selfpublisherin hast du ja noch einiges mehr zu tun, als „nur“ die Bücher zu schreiben. Das meintest du vermutlich auch mit den Tätigkeiten außenrum. Erklär uns doch mal, was für Arbeitsschritte für einen Selfpublisher auf dem Weg zur Buchveröffentlichung und auch darüber hinaus anstehen.

Antwort: Natürlich muss man erstmal eine Idee haben und diese in eine Geschichte umsetzen, sodass daraus ein Manuskript entsteht. Wenn meine Geschichte soweit steht, lass ich diese mindestens 4 Wochen ruhen, das ist vor allem wichtig um etwas Abstand zur Geschichte zu bekommen. Erst nach Ablauf dieser Frist gehe ich diese, in 2 Überarbeitungen nochmal durch und versuchen, die ersten Fehler und Logikfehler zu beseitigen. Zeitgleich formuliere ich auch den Klappentext und bespreche diesen mit meinem Bloggerteam. Anschließend geht das Manuskript an meine Testleser, da ich unbedingt Feedback dazu brauche. Danach folgt eine weitere Überarbeitungsrunde in der ich mir die Anmerkungen der Testleser zu Rate ziehen und überlege, was ich davon ändere. 
Wenn dieser Schritt abgeschlossen ist, geht das Manuskript ins Lektorat und wird dort erneut auf Herz und Nieren geprüft, bevor ich mich an die letzte Überarbeitung mache. Anschließend folgt dann noch der Buchsatz, und das Cover, das ich von einer Coverdesignerin gestalten lasse. Theoretisch ist das Buch an dieser Stelle digital fertig. Veröffentlichen tue ich dieses auf Tolino und Amazon, sowie das Print bei BoD. Tatsächlich sind die Seiten der Anbieter recht selbsterklärend und einfach gestaltet, sodass das eigentliche veröffentlich meist schnell geht.
Zeitgleich muss ich das Buch auch bei der Deutschen Nationalbibliothek abliefern, dies ist in Deutschland verpflichtend. Bei dem Print übernimmt das BoD, beim E-Book, mache ich das selbst.  Natürlich gehören so Dinge wie Werbung und Marketing auch noch dazu. Besonders bei Neuerscheinungen plane ich vorweg immer schon, wann ich das Cover zeige, welche Aktionen ich machen und allgemein was für Werbung ich für mein neues Werk starten kann. Außerdem verteile ich Vorableseexemplare und wenn es erschienen ist, Rezi-Exemplare an Blogger. Oft lasse ich auch passende Lesezeichen oder Postkarten drucken und starte Verlosungen.
Das ist soweit der grobe Ablauf bei einer Buchveröffentlichung (ich hoffe, ich habe nichts vergessen). Es gehört aber auch noch außen herum, viel zum Selfpublishing, so z.B. das Thema Abrechnung und Steuer. Aber das würde jetzt den Rahmen der Frage bzw. meiner Antwort sprengen. 😉

Frage 10: Das ist ja echt viel Arbeit. Respekt, dass du das alleine alles stemmst! Gibt es eigentlich einen Autor, den du gern mal treffen würdest und was würdest du ihn/sie dann gern mal fragen?

Antwort: Das ist eine schwere Frage. Ich bin mir sicher das mir andere Autoren gute Ratschläge geben können, aber die Umsetzung ist meist das Schwere. Schließlich geht jeder seinen eigenen Weg und manchmal ist es vielleicht gut Fehler zu machen, um daraus zu lernen. Klar bilde ich mich weiter und lese auch gerne Erfahrungsberichte von anderen Autoren, aber ich weiß nicht, ob mir eine Fragerunde mit einem Autor die geheime Formel offenbaren würde, nach der alle immer suchen. 😉

Frage 11: Das ist echt interessant, aber kann ich letztendlich nachvollziehen. Mit den Geschichten muss man sich ja selbst identifizieren können und das ist schwierig, wenn man sich da zwingt, sich an fremde Ratschläge zu halten. Wie sieht denn dein eigenes Leseverhalten aus? Liest du selbst auch gern oder schreibst du lieber selbst? Und wenn du liest, welche Genres gefallen dir da am besten?

Antwort: Ich lese sehr gerne und versuche auch zumindest 2-3 Bücher pro Monat zu lesen, je nachdem wie es meine Freizeit zulässt. Am liebsten bin ich dabei im Genre Fantasy unterwegs, aber fast genauso gerne mag ich auch New Adult. Die beiden Genres haben es mir also nicht nur beim Schreiben, sondern auch beim Lesen angetan. Da ich aber der Meinung bin, dass einem Autor nicht nur das viele Schreiben weitere Fortschritte ermöglicht, sondern auch das Lesen vieler verschiedener Geschichten, sehe ich das Lesen auch ein bisschen als Weiterbildung.

Frage 12: Das ist vermutlich auch so. Viele Statistiken sagen ja auch, dass Lesen die Intelligenz und Empathie fördern. Wer weiß… Zum Abschluss eine letzte Frage: Was möchtest du jungen Lesern oder Autoren gerne mit auf den Weg geben?

Antwort: Erhaltet euch die Freude am Lesen! Man hört immer öfter, das junge Leute mit jedem neuen Jahr weniger Lesen. Ich bekomme das auch selbst im Bekanntenkreis mit, wo die Jugendlichen von heute, bis auf die Pflichtlektüre in der Schule, nur sehr selten selbst zu einem Buch greifen. Ich finde es so schade, dass die Kunst des Geschichtenerzählens immer mehr in Vergessenheit gerät, dabei bieten uns die Bücher doch so eine Vielfalt an Welten, die es zu entdecken gilt. In Büchern können wir alles sein, was wir wollen, egal ob Pirat, Engel, Krieger, Gott, Zauberer oder noch vieles mehr. Aber auch das ganz normale Leben hat seine Besonderheiten und diese Geschichten bringen uns oft zum Nachdenken, zum Weinen oder auch zum Lachen.
Jedes Buch ist eine ganz neue Welt, die einen gefangen nimmt und mit den verschiedensten Emotionen versorgt. Ich liebe es einfach zu Lesen und ich hoffe, dass ihr alle das noch sehr lange genauso seht.

Da kann ich mich nur anschließen. Ich habe diese Hoffnung auch. Vielen Dank für das tolle Interview. Das waren wirklich spannende Einblicke in das Autoren-Business. Wer gerne mehr von Jessica erfahren möchte, kann sich ihre Website oder ihr Instagram-Profil anschauen. Und wer Lust bekommen hat, mal Jessys Wächtersaga zu lesen, für den habe ich zwei Tipps: 1) Auf meinem Instagram-Profil läuft bis zum 12.03.20 ein Gewinnspiel, bei dem ihr Band 1 der Wächtersaga mit Goodies gewinnen könnt. 2) Es gibt außerdem bis zum 15.03.20 eine Preisaktion zur Wächtersaga. Und zwar kostet das eBook „Wächtersaga – Wahre Liebe ohne Chance“ (Band 1) in diesem Zeitraum nur 0,99€. Zuschlagen lohnt sich! Euch erwartet dort eine fantasievolle und wirklich spannende Welt!

Link zum Gewinnspiel: https://www.instagram.com/p/B9ZsJUZIPm7/?utm_source=ig_web_copy_link

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