ღ Das Leuchten deiner Worte ღ

Inhalt

»In meiner Tasche fühlte sich das Tagebuch von Jules bleischwer an. Genau wie mein Herz. Ich hatte gestern Abend den letzten Eintrag, ihr letztes Geheimnis gelesen. Und ihre Geschichte erschütterte mich bis in Mark und Bein.«

Lorenzo studiert Medizin und absolviert ein Praktikum in einem Krankenhaus. Dort soll er sich auch um Jules kümmern, die nach einem Selbstmordversuch im künstlichen Koma liegt. Jeden Tag schaut er bei ihr vorbei, kontrolliert ihre Werte – und liest in ihrem Tagebuch. Obwohl er weiß, dass er es nicht tun sollte, schreibt Lorenzo eigene Notizen in das tiefgründige Tagebuch des Mädchens, das ihn mehr und mehr fasziniert …

Achtung Triggerwarnung: Diese Geschichte behandelt die Themen Suizid, Verlust und Missbrauch.

Danke an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar. Das beeinflusst nicht meine Meinung.

Autorin: Eliza Hart
432 Seiten
Taschenbuch 13,-€

Cover

Das Cover finde ich richtig schön. Es hat tolle, helle Farben und zeigt so viel Hoffnung. Ich mag die Vögel als Symbol für Freiheit und finde die Schriftzüge super schön und einzigartig. Mich hat das Cover sofort angesprochen und ich liebe es echt total!

Meine Meinung

Der Einstieg ins Buch war direkt recht emotional. Ich fand es sehr berührend zu sehen, was Jules in ihre Lage gebracht hat. Warum sie im Koma lag und wie es dazu kam, haben wir in Form von Tagebucheinträgen immer besser verstehen können. Das war toll gemacht. Es hat mich sehr berührt zu lesen, was Jules alles durchgemacht hat. Es war schockierend und grausam und gleichzeitig war da immer eine Hoffnung. Denn man merkte: Jules WILL ihr Leben unbedingt wieder ändern und in eine positive Grundstimmung zurückkehren. Diesen Optimismus und Tatendrang fand ich echt stark!

Irgendwie fand ich es aber nicht okay, dass Lorenzo das Tagebuch genommen hat – auch bis zum Ende habe ich mich damit nicht so recht abgefunden. Wenn ich mir vorstelle, dass ich wehrlos im Krankenhaus liege und bestohlen werde… Das finde ich schon gruselig und da ist es auch egal, was mir gestohlen würde. Von der Sache her ist das einfach grundlegend falsch und ich fand das echt uncool.

Vielleicht lag es auch daran, dass ich die Gefühle zwischen Lorenzo und Jules nicht so richtig gespürt habe… Für mich kam es wegen Lorenzos Job und seinem übermäßigen Verständnis für alles eher vor wie ein Psychologen-Patienten- oder vielleicht sogar ein Bruder-Schwester-Verhältnis. Er war total super – keine Frage! Aber irgendwie war da für mich keine sexuelle Anziehungskraft zwischen den beiden zu spüren.

Ich fand es auch schwierig, dass Jules ihm sehr schnell stark vertraut hat, obwohl genau das ja eigentlich eine der Sachen war, die ihr generell schwerfielen. Dass es bei Lorenzo kaum ein Thema war und sie sofort davon sprach, dass sie froh sei, dass er da ist – irgendwie war das merkwürdig. Sie hatten sich zweimal getroffen, sie hat von ihm persönlich quasi immer noch nichts gewusst und sieht in ihm ihren Fels in der Brandung. War sie so verzweifelt auf der Suche nach Hilfe? Unwahrscheinlich, wo es ihr doch schwerfiel, sich anderen zu öffnen und mit ihrer Vergangenheit lieber allein blieb…

Interessant fand ich die Geschichte um Jules Eltern. Sie waren in meinen Augen einfach nur grausam. Spannend war dabei, dass wir das meiste nur durch Erzählungen von Jules gehört haben und gar nicht dabei waren. Die Eltern sind selbst nur sehr selten direkt aufgetreten, obwohl sie eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben.

Das sind alles Dinge, die mich beim Lesen zum Stolpern gebracht haben und die mir die Emotionalität etwas kaputt gemacht haben. Das Buch hat viel Potential, aber meine Erwartungen hat es am Ende leider eher nicht erfüllt.

Das Ende konnte mich nochmal sehr überraschen und ich fand es gut, wie es war. Zumindest diese Sache war sehr stimmig und erklärt auch die eine oder andere Ungereimtheit. Und doch waren das Dinge, die mein Lesevergnügen einfach geschmälert haben.

Daher von mir 3,5 Sterne

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