Interview mit Cornelia Funke

Das war wirklich ein absolutes Highlight. Ich durfte Cornelia Funke live interviewen. Was für eine grandiose Frau! Das Video habe ich auf Instagram abgespeichert und ihr findet es hier:

Wer das Interview lieber lesen möchte, kann das auch tun. Ich habe schon einmal angefangen, Teile des Interviews zu verschriftlichen.

Leo: So hallo, herzlich willkommen zu meinem Interview heute mit Cornelia Funke. Ich freue mich mega, dass sie heute dabei sein wird. Ich bin mega aufgeregt, es ist mein erster Livestream und auch mein erstes Interview so in der Form.

Cornelia wird zum Livestream hinzugefügt.

Leo: Hallo!

Cornelia: Hallo, hallo. Jetzt haben wir es doch geschafft.

Leo: Ja, sogar pünktlich heute.

Cornelia: Ja, bei Instagram denke ich immer: Klappt das jetzt oder klappt das nicht? Aber klappt! **lacht**

Leo: Ja, ich auch. Ich bin auch das erste Mal live. Und ich habe vorher erstmal tausend Leuten geschrieben: Wie geht das überhaupt? **lacht**

Cornelia: Du, ich habe das jetzt schon so oft gemacht und ich mache das immer noch. frage mich „Wie geht das denn jetzt?“ Ich schaue einmal, ob ich dich noch lauter stellen kann. Wie ist denn mein Ton?

Leo: Ich verstehe dich sehr gut.

Cornelia: Gut, super.

Leo: Ich hoffe, man versteht mich auch.

Cornelia: Sehr, ich glaube das war gerade mein Mikro. Wunderbar.

Leo: Sehr gut, okay. Das ist super. Ja, wie geht’s dir?

Cornelia: Mir geht’s sehr gut. Ich habe heute eine Zeichnung gemacht. Ich habe ein wunderbares Buchprojekt im Herbst, was kommt, mit dem wirklich unglaublichen Illustrator Nadaza Edi. Ich habe gerade seine Bilder dazu gesehen. Und er hat mich gebeten, so eine kleine Zeichnung ans Ende des Buches zu machen, statt ner Bibliografie. Und wenn man mit so einem Künstler zusammen arbeitet, ist man auch ganznervös.

Leo: Ja, das glaube ich.

Cornelia: Aber ich habe jetzt ein kleines gemacht. Ich kann dir das gleich mal zeigen. Das ist dann ganz exklusiv. Das hat nämlich noch nicht mal Fischer gesehen.

Leo: Ah mega!

Cornelia: Ja, pass auf, warte ich hole das mal eben. Das liegt noch im Scanner. Das kommt dann da rein, statt dass ich sage: „Ja, hier ist Cornelia Funke. Und ich bin dann und dann geboren.“ Da habe ich die kleine Zeichnung gemacht. Seht ihr?

Leo: Tolle Idee, wie toll!

Cornelia: Das war die Idee des Illustrators. Du zeichnest was und ich schreibe. Wir drehen das jetzt um.

Leo: Und zeichnest du öfter? Weil das sieht so gut aus. Ich find es richtig schön!

Cornelia: Naja, das ist mein erster Beruf. Ich bin als Illustrator angefangen. Ich fand oft die Geschichten so langweilig, die ich illustrieren sollte, weil da nie das vorkam, was ich zeichnen wollte. Nur deshalb bin ich zu schreiben angefangen.

Leo: Das ist ja mega der spannender Weg. Die meisten kommen ja vom Lesen dahin.

Cornelia: Ja. Ich hab auch jetzt gerade eine junge Illustratorin aus Hamburg hier. Ich lade ja immer junge Künstler zu mir ein. Und das sind sehr oft Illustratoren.

Leo: Das ist ja schön. Und arbeitest du dann mit denen zusammen?

Cornelia: Wenn sie das wollen. Es ist eher, dass wir uns unterhalten, wie das beruflich läuft. Man arbeitet mit denen oft auch an Texten, weil sie gerade als Illustratoren oft auch ihre eigene Geschichten schreiben wollen, genau wie ich das wollte. Und was das Zeichnen betrifft, ist das anders. Ich habe eine große Werkstatt, da können bis zu drei zusammenarbeiten und das ist sehr schön zu sehen, was da auch an Austausch passiert. Ich hatte gerade zwei junge Schriftstellerinnern aus England hier und die Katharine, die Hamburger Illustratorin, die gerade hier ist, hat dann abends mit denen einen Workshop zum Zeichnen gemacht. Und das ist natürlich toll, wenn das dann passiert.

Leo: Das stelle ich mir total schön vor, sich über ein gleiches Hobby zu unterhalten, obwohl man unterschiedliche Sachen macht.

Cornelia: Ja genau.

Leo: Da wäre ich gern mal dabei. Als Leser hätte man ja nochmal genau die andere Seite. Ihr seid so die, die das Buch erschaffen und wir nehmen die Impressionen alle auf. Das ist bestimmt spannend, wenn das aufeinander trofft.

Cornelia: Leonie, die Toskana ist ja nicht so weit weg. Dann musst du dich irgendwann mal auf den Weg machen und dann machen wir das Gespräch hier live.

Leo: Das wäre schön.

Cornelia: Das ist das Wunderbare, dadurch dass ich jetzt wieder so nah bin, ist das jetzt schon ganz oft passiert, dass jemand einfach vorbeikommt. Also du bist herzlich eingeladen.

Leo: Danke, wie lieb! Du hast vorher in den USA gelebt, oder?

Cornelia: Ja, ich habe 16 Jahre in gelebt und war reif für ein neues Abenteuer und lebe nun in der Nähe von Volterra.

Leo: Da musst du echt viel Mut aufgebracht haben. Ich würde mich das nicht trauen. Man fände es schön, nochmal was anderes zu sehen. Ich finde das auch toll, wenn andere das können. Ich könnte es mir aber einfach nicht vorstellen, hier alle Leinen loszureißen und komplett wegzugehen.

Cornelia: Guck mal, jetzt hast du ganz interessante Dinge gesagt. Einmal hast du gesagt, du hast nicht den Mut. Das darfst du schon gar nicht sagen, Weil wenn du dir das selber sagst, wird das auch passieren. Wenn dir andere sagen „Oh Leonie, du hast nicht den Mut“, dann kannst du trotzig werden. Wenn du das selber sagst, ist das gefährlich, weil dann hörst du da meistens drauf. Und dann hast du noch was ganz Gefährliches gesagt, weil du hast doch das Motto „Fantasie ist mächtiger als Wissen“. Und du hast jetzt gerade gesagt „Ich kann es mir nicht vorstellen“.

Leo: Jaaa, du hast recht. Vorstellen kann ich es mir.

Cornelia: Ganz gefährlich. Also müsstest du jetzt sagen „Ich kann mir das vorstellen, aber mal sehen“.

Leo: Da hast du recht. Man sollte auf die Wortwahl achten.

Cornelia: Und dass es Angst macht und schwer ist, sind doch eigentlich Gründe. Wenn wir fantastische Bücher lesen, dann lieben wir doch gerade die Herausforderungen und Prüfungen und irgendwann sollten wir sagen, wenn wir das in Büchern lieben, sollten wir das auch im Leben tun. Du willst ja nicht nur in Büchern leben. Du willst ja eigentlich, dass Bücher dir Mut machen, das im wirklichen Leben zu machen.

Leo: Das stimmt, das ist ein guter Denkanstoß. Ich habe tatsächlich gestern und heute noch den Drachenreiter gehört. Die Geschichte wollte ich vor dem Interview unbedingt noch hören und ich habe es geliebt.

Cornelia: Oh, das freut mich.

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